Nina Akuamoa-Boateng im Gespräch mit Komet.
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Zahni war gestern.

Nina Akuamoa-Boateng im Gespräch mit Komet.

Nina lernten wir vor circa 3 Jahren bei einem Fotoshooting für Komet Dental kennen. Damals arbeitete sie neben ihrem Studium noch als Model. Inzwischen ist sie im dentalen Alltag angekommen und in einer Praxis in Ostwestfalen-Lippe tätig.

Hallo Nina, heute schon ein P geschossen?

Für uns Zahnärzte/innen ist die Schonung der Zahnhartsubstanz oberste Priorität. Im Studium hieß es bereits „so viel wie nötig, doch so wenig wie möglich“. Was an erkrankter Zahnsubstanz vorhanden ist sollte entfernt werden, aber das möglichst pulpaschonend.

Danke für diese Sprechstunde.
Vermisst Du die Uni?

Ganz ehrlich? Ich liebe die Berufstätigkeit! Die Vorlesungen, das viele Lernen, die Phantomkurse und das Behandeln in der Zahnklinik war eine prägende und natürlich eine total coole Zeit. Letztendlich aber ein Sprungbrett zu dem, für was mein Herz wirklich brennt: das Arbeiten als Zahnärztin, auch wenn es noch die Assistenzzeit ist.
Aber was mir wirklich sehr an der Unizeit fehlt, ist das ständige Sehen und Treffen meiner lieb gewonnenen Freunde. Das funktioniert nun aufgrund der Ferne leider nur noch etwas seltener, aber der Austausch findet dafür häufiger übers Telefon statt.

Wie lange hast Du studiert?

Es hat die Regelstudienzeit mit 11 Semestern, also 5,5 Jahre gedauert.

Wie hast Du Dich beworben?

Die Zahnarztpraxis Hübner & Hübner habe ich bereits während des Studiums im 7. Semester kennen lernen dürfen, als ich dort über die KZV/WL ein Praktikum absolviert habe. Die KZV/WL wollte damals Praxen im „ländlichen“ Gebiet vorstellen, da es uns Studenten nach dem Studium doch leider häufig in die Großstadt zieht. Bereits in dem Praktikum haben wir gegenseitig gemerkt, dass wir gut miteinander harmonieren. Nach einem Telefonat zum Ende des Staatsexamens wurde ich zum Bewerbungsgespräch eingeladen und hatte dann die Wahl. Ich bin froh, dass es so gekommen ist, denn es war eher ein Zufall, dass ich die Hübners kennen gelernt habe. Vielleicht war es Schicksal!

Nach welchen Kriterien hast Du nach einer Stelle gesucht?

Mir war es wichtig, dass die Praxis, in der ich mich bewerbe, ein breites Behandlungsspektrum anbietet, damit ich in der Assistenzzeit möglichst viel lernen kann. Ein wichtiger Punkt hierbei waren für mich zusätzlich die Chirurgie und die Implantologie.
Und mir war von Anfang an klar, dass ich zurück in die Heimat ziehen möchte, nach Detmold in Ostwestfalen-Lippe.

In was für einer Praxis arbeitest Du? Mehrbehandler, bzw. Gemeinschaftspraxis oder eine klassische Ein-Doktor-Praxis?

Es handelt sich um eine Mehrbehandlerpraxis. Meine Chefs sind ein Ehepaar und arbeiten nun seit 15 Jahren in der Selbstständigkeit. Ich bin nun als dritte Behandlerin hinzugekommen.

Was ist im Berufsleben so, wie Du es Dir vorgestellt hast?

Die Dankbarkeit der Patienten.

Was ist völlig anders, als Du es Dir vom Praxisalltag vorgestellt hast?

Vor meinem Berufsstart habe ich angenommen, dass man berufliches von privatem sehr gut trennen kann. Dass man Patientenfälle oder auch praxisinterne Dinge hinter der abgeschlossenen Praxistür am Ende des Arbeitstages lässt. In manchen Fällen begleitet mich der Arbeitstag dann doch mit nach Hause.

Trägst Du schon viel Verantwortung?

Ich habe das Glück, dass mir meine Chefs von Minute eins zu 100% vertraut haben. Nach einer Einarbeitungszeit von zwei Wochen, in denen ich im Praxisalltag mitgelaufen bin, wurden mir auch schon die eigenen Patienten einbestellt. Die Terminbuchspalte unter meinem Namen füllt sich seitdem immer mehr, das ist wirklich toll!
Von konservierenden Behandlungen, über die Prothetik bis zur Chirurgie darf ich alles machen, was ich mir selbst zutraue. Die Behandlungstür meiner Chefs – sowie deren Bürotür – stehen für mich aber immer offen, sodass ich sie zu jeder Zeit um Rat oder auch um Hilfe fragen kann, ohne mich dabei schlecht fühlen zu müssen. Das finde ich besonders wichtig in der Assistenzzeit. Diese ist nämlich noch zum Weiterbilden da.

Nina Akuamoa-Boateng

Was hat Dir zu Beginn am meisten Schwierigkeiten bereitet?

Die erste Ost eines Weisheitszahnes. Mein Chef hat mir vorab nochmals die Schnittführung aufgezeichnet und mir hilfreiche Tipps gegeben, hat mir während der Behandlung auf meinen Wunsch den Rücken gestärkt und zugeschaut bis ich vernäht habe. Solche chirurgischen Eingriffe haben wir Studenten an der Uni nie durchgeführt. Deshalb gehe ich vor allem bei der Art von Behandlung mit großem Respekt an die Arbeit. Aber ich habe vor allen Behandlungen einen gesunden Respekt, da am Ende der Kette das Patientenwohl und die Gesundheit stehen!

Macht Ihr viel Fortbildung?

Im kommenden April und Mai stehen schon die ersten Fortbildungen für mich vor der Tür. Ich nehme an einer Lachgasfortbildung Teil und begleite meine Chefs nach Sylt auf die „Sylter Woche“ – wenn es die Umstände mit Covid-19 zulassen.

Wie kommst Du mit dem Team zurecht?

Das Team hat mich von Anfang an herzlich aufgenommen.
Wir sind zum Glück alle auf einer Wellenlänge, so war es leicht, ein gutes Verhältnis aufzubauen.

Welche Behandlung machst Du am liebsten?

Das ist schwer zu sagen, da jede Art von Behandlung ihre positiven Herausforderungen bietet.
Am meisten freue ich mich aber, wenn ich im Terminbuch „Präp“ lese.

Hast Du ein Lieblingsinstrument?

Nach wie vor finde ich den Occlushaper von Komet super. Er erspart einem viel Zeit bei der Präparation von Zähnen und formt die Okklusionsfläche optimal.

Schon mal was schiefgelaufen?

Bisher nicht. Ich klopfe mal aufs Holz!

Hast Du bestimmte Talente an Dir entdeckt?

Ich habe gemerkt, dass ich sehr gut mit Kindern arbeiten kann. Wenn sie zum ersten Mal kommen und kein Wort sagen oder ich bereits beim Reinkommen die Angst und Unsicherheit in ihren kleinen Gesichtern sehe, dann klappt es doch sehr gut, das Eis schnell zu brechen. Auf freundschaftliche Art! Vielleicht hat mir dabei der Umgang mit meinem Neffen geholfen, durch den ich weiß, was Kinder zum Grinsen bringt.

Ist Selbstständigkeit eine Option für Dich?

Darüber habe ich noch nicht final nachgedacht, ich stehe noch am Anfang meiner Berufskarriere und konzentriere mich auch noch nicht auf den Gedanken. Was mir allerdings schon jetzt bewusst ist – es gibt wie bei Allem Vor- und Nachteile. Ganz ausschließen werde ich es natürlich nicht. Genau wie die Option als angestellte Zahnärztin zu arbeiten!

Stell Dir vor, Du könntest zaubern:
Wie sieht Deine Traumpraxis aus?

Ich würde den Patienten eine Wohlfühl-Oase schaffen wollen. Eine Praxis, die einen nicht sofort an eine Zahnarztpraxis denken lässt. Das Wartezimmer im Wohnzimmer-Flair einrichten. Eine warme, angenehme Atmosphäre schaffen. Der erste Eindruck der Praxisräumlichkeiten auf den Patienten zählt, sobald er die Eingangstür betritt und kann ihm durch Wohlfühlfaktoren vielleicht die erste Angst nehmen.
Ein bisschen träumen kann man ja 🙂

Vielen Dank!

Nina findet den Occlushaper super zum Präparieren, das können wir gut verstehen. Alle weiteren Informationen zum Occlushaper und der Präparation von Kronen, Brücken, Inlays und Onlays finden Sie hier.