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Lesedauer 4 min.

Wenn der Funke überspringt...

Überrascht und überzeugt: die Geschichte eines Sinneswandels

Dr. David William Christofzik, Kiel, ist bei der maschinellen Wurzelkanalaufbereitung ein überzeugter „Rotierer“. Wir sprechen also mit jemandem, der noch nie ein Befürworter der reziprokierenden Bewegung war und jetzt unsere Neuheit, die Procodile Q-Feile getestet hat. Uuuuups! Wie also das Gespräch starten bei solch einer Anti-Haltung? Erstaunlicherweise sprudelten die Worte nur so aus ihm heraus…

Herr Dr. Christofzik, Sie gehören zu den ersten Testern von Procodile Q …

Dr. Christofzik: … ja, das war wirklich mutig von Ihnen, ausgerechnet mich anzusprechen. Ich arbeite eigentlich aus tiefer Überzeugung rotierend.

Warum eigentlich?

Dr. Christofzik: Weil es mir bei vielen reziproken Systemen an Taktilität und Rückmeldung aus dem Kanal fehlt. Gerade in Fällen mit stärkeren Krümmungen und Obliterationen brauche ich diese Information aus dem Kanal, um eine sichere Aufbereitung zu ermöglichen.

Warum haben Sie sich dennoch auf Tests mit Procodile Q eingelassen?

Dr. Christofzik: Weil mir ein Aspekt bereits vor zirka zwei Jahren an der Procodile-Feile gefiel. Die arbeitet in allen gängigen reziproken Antrieben, aber den herausragenden Unterschied macht sie für mich in der ReFlex-Bewegung des EndoPiloten. Auf diese Weise sprechen wir von keinem stupiden „Vor und Zurück“ mehr, sondern von einer intelligenten Bewegung.

Was verstehen Sie unter einer „intelligenten“ Bewegung?

Dr. Christofzik: Jede Feile verformt sich ja beim Einsatz im Wurzelkanal in gewisser Weise. Oben wird gedreht und es stellt sich die Frage: Kommt die Bewegung auch an der Feilenspitze an? ReFlex ermittelt zusätzlich zum Drehmoment am Instrumentenschaft die auftretende Torsionsspannung des Instrumentes und kontrolliert apikal, zentral und koronal durch kaum wahrnehmbare Messpausen. Die geben der Feile zusätzlich die Möglichkeit, sich zu entspannen, falls sie unter Spannung geraten ist. Die weitere Bewegung wird je nach Belastung vom EndoPiloten dann individuell angepasst. Damit war für mich zum ersten Mal ein Feedback bei einem reziprokierenden System gegeben und ich kann sagen: Damit lässt sich arbeiten!

Welche weiteren Gründe kamen für Sie hinzu?

Dr. Christofzik: Es geht bei der Weiterentwicklung reziprokierender Feilen nicht primär darum, Feilenbrüche oder Screw-In Effekte zu beheben. Dafür sorgt ja die reziprokierende Bewegungsform an sich. Nein, vielmehr geht es darum, eine gute Taktiliät und Flexibilität im Wurzelkanal zu erleben, damit keine Fehlaufbereitungen durch z.B. ein zu schnelles Vorgehen oder einen zu hohen Druck aufs Instrument passieren. Über Taktilität haben wir soeben gesprochen.

Bleibt noch die Frage nach mehr Flexibilität!

Dr. Christofzik: Flexibilität wird bei Procodile Q gleich zweifach unterstützt: Der Kern der Feile ist variabel getapert, d.h. dass der Durchmesser des Kerns zum Schaft hin abnimmt und die Feile damit im sonst sehr starren koronalen Anteil deutlich flexibler wird. Durch die Wärmebehandlung der Feile werden die Rückstellkräfte verringert und durch die höhere Resistenz vor zyklischer Ermüdung eine höhere Sicherheit im Kanal erreicht.

Nun ist die Wärmebehandlung von Feilen per se aber nicht neu!

Dr. Christofzik: Das ist korrekt, aber einmalig bei Procodile Q ist tatsächlich die ausgewogene Kombination aus Wärmebehandlung, getapertem Feilenkern und ReFlex-Bewegung. Das macht die Feile weich, taktil, flexibel und gleichzeitig effizient beim Abtrag von Debris. Ich würde sagen, hier wurden viele Faktoren richtig gut aufeinander abgestimmt.

Wie bewerten Sie es, dass wir uns bei Procodile Q für relativ geringe Taper entschieden haben?

Dr. Christofzik: Mit Taper .04, .05 und .06 liegt Procodile Q absolut im Trend und hat in Konkurrenz zu anderen wärmebehandelten Feilen die Nase vorne. Die anderen besitzen einen größeren Taper. Das wiederum passt sehr gut zum Komet Endo Portfolio, denn anschließend ist sowohl eine warm-vertikale Obturation als auch die Obturation mit dem biokeramische Sealer CeraSeal möglich.

Wie schätzen Sie aus Ihrer bisherigen Erfahrung die Standzeit von Procodile Q ein?

Dr. Christofzik: Es lässt sich eigentlich jetzt schon vorhersagen, dass durch das variabel getaperte Design und die Wärmebehandlung sehr gute Standzeiten prognostiziert sind. Bis jetzt habe ich noch keine Feilenfraktur erlebt.

Sehen Sie das System nun eher in der Hand des Allrounders oder des Spezialisten?
Dr. Christofzik: Da mache ich keinen Unterschied. Procodile Q gibt dem Generalisten eine gute Portion mehr Sicherheit, während der Spezialist durch die hohe Variabilität an Tapern und Größen der Feile die Möglichkeit erhält, ganz individuell auf komplizierte Kanalstrukturen zu reagieren. Die Wärmebehandlung ermöglicht es zusätzlich die Feilen vorzubiegen. Das hilft, z.B. Hindernisse im Kanal wie z.B. Stufen zu überwinden.

Würden Sie das Resümee ziehen, dass durch Procodile Q komplexe Kanalstrukturen nun deutlich sicherer aufzubereiten sind?

Dr. Christofzik: Absolut. Procodile Q ist eine wirklich gute und konsequente Weiterentwicklung der Procodile-Feile. Soweit, dass mich ein reziprokes System überzeugen konnte!

Vielen Dank für das Gespräch.    

Kontakt

Dr. David William Christofzik

Wurzelwerk
Niemannsweg 46
24105 Kiel
Deutschland

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